Jul 032016
 

Nachdem mein betagter Homeserver Acer H430, der schon treu und klaglos seit gut 8 Jahren seinen Dienst verrichtet, plötzlich eine Meldung auswarf, dass die Systemplatte SMART-Fehler hat und demnächst ausfallen würde, habe ich mir die SMART-Daten der eingesetzten Festplatten angeschaut und mit Entsetzen festgestellt, dass der LCC (Lord Cycle Count) bei rund 300.000 stand und damit die vier eingebauten Festplatten das Ende ihrer prognostizierten Laufzeit erreicht hatten. Das war natürlich keine gute Nachricht und es bedeutete gleichzeitig, zu handeln, um nicht wichtige Daten zu verlieren bzw. diese aus einem Backup wiederherzustellen zu müssen.

Der alte Acer H430-Homeserver mit seinen 4 Plattenschächten

Der alte Acer H430-Homeserver mit seinen 4 Plattenschächten

Was ist denn nun genau der ominöse LCC ? Nun ja, die im alten Acer-Homeserver verwendeten WD Green Platten, die eigentlich nur für den Desktop-Betrieb vorgesehen sind, parken alle paar Sekunden ihren Lesekopf, was im normalen Desktop-Betrieb kein Problem ist, da die Platten in einer normalen Workstation nicht im Dauerbetrieb laufen und somit die LCC von 300.000 sicher erst dann erreicht wird, wenn die Festplatten elektronisch und mechanisch schon defekt sind. Da ich aber die Festplatte für den Homeserver-Betrieb von mir zweckentfremdet eingesetzt wurden, liefen sie im Dauerbetrieb und wenn man nun rechnet, dass die Platten alle paar Sekunden ihren Lesekopf parken, dann kann diese Grenze natürlich schon ziemlich schnell erreicht werden. Genauso ist dies nun eingetreten und die Festplatten signalisierten ja schon, dass der SMART-Wert für LCC die Grenze dessen erreicht hat, was der Hersteller für diese Platten spezifiziert hatte. Es hieß nun also, schnell zu handeln, um nicht zu riskieren, dass die Platten ausfallen und damit alle Daten nur noch sehr aufwendig von einem Backup rekonstruiert werden mussten,  was bei 12 TB Daten eine ganze Weile dauern kann.

Daher stellte sich mir die Frage, kaufe ich jetzt 4 neue Platten oder aktualisiere ich auch gleich den Homeserver, denn dieser läuft unter Windows Home Server 2011, welches von Microsoft nicht mehr weiterentwickelt wird, einzig Sicherheitsupdates werden noch gepflegt. Außerdem kann WHS 2011 nicht das bieten, was die modernen NAS schon von Haus aus mitbringen, ein Anschluss an einen Fernseher ist gar gleich unmöglich, will man mal Filme oder Bilder direkt am Fernseher abspielen. Insofern wäre der Wechsel auf eine zeitgemäße NAS auch der Wechsel ins neue digitale Zeitalter mit all den Möglichkeiten, die heutige NAS bieten, incl. eigener Cloud.

Die im alten Acer-Homeserver verwendeten WG Green-Platten

Die im alten Acer-Homeserver verwendeten WG Green-Platten

Nach langen Recherchen fiel die Wahl dann auf eine QNAP TS 451+, die all das bietet, was ich für mein digitales Umfeld benötige, mit all den Annehmlichkeiten, die man heute gerne verwendet, vor allem wollte ich die NAS an den Fernseher anschließen und mittels KODI o.ä. dann Filme anschauen. Die QNAP TS 451+ hat nämlich noch einen HDMI-Ausgang und zusätzlich zum eigenen Betriebssystem eine eigene Oberfläche nur für die Ausgabe per HDMI, so dass man Filme anschauen kann und gleichzeitig die NAS im Betrieb remote nutzen kann.

Zusätzlich habe ich den Schritt gemacht und vier NAS-taugliche Platten gekauft, die Wahl fiel nach Lesen von Rezensionen und diversen Blogs im Internet auf Seagate NAS-Platten (genauer gesagt auf die ST3000VN000), die für den Dauerbetrieb in einem NAS spezifiziert sind, von den WD-Red-Platten habe ich lieber die Finger gelassen, da in einigen Blogs berichtet wurde, dass die Platten in QNAP-Servern eher zum Ausfall neigen. Dies war mir dann doch zu heikel, meine Daten Platten anzuvertrauen, die nicht als sicher gelten und auch von QNAP-Usern des öfteren als unsicher tituliert werden. Auch habe ich den integrierten Speicher der NAS gleich im Zuge des Kaufs auf 16 GB erweitert, da ich auf der NAS noch virtualisierte Betriebssysteme starten wollte, welche natürlich entsprechend speicherhungrig sind.

Gesagt, getan, die QNAP und vier Seagate NAS-Platten mit jeweils 3 GB bestellt, so dass der Umzug der Daten zeitnah von sich gehen konnte. Wenige Tage später kam ein großes Paket vom Händler, wo die QNAP TS451+ enthalten war, die vier Seagate NAS-Platten sowie zwei Speicherriegel mit jeweils 8 GB. Insgesamt ist die NAS sehr kompakt und man ist überrascht, wie klein die heutigen Geräte sind. Also habe ich nach dem Auspacken dann das Gerät geöffnet und als erstes den Speicher gewechselt, was mit etwas handwerklichem Geschick kein Hexenwerk ist und schnell erledigt war. Danach dann die Platten eingebaut, Strom und Netzwerk angesteckt und das Gerät gestartet.

Die neue QNAP-NAS mit daraufliegendem Netzwerk-Switch

Die neue QNAP-NAS mit daraufliegendem Netzwerk-Switch

Nach den ersten Schritten, wo die Benutzer und die Grunddaten für den Server und die Festplatten abgefragt wurden, legte der Server los, die Platten mit RAID 5 zu initialisieren. Meine Intention war es dabei, die Ausfallsicherheit des Servers zu erhöhen, da der Ausfall einer Platte durch den RAID-Verbund abgefangen wird und man dann noch die defekte Platte tauschen kann, ohne dass die Daten verloren gehen. Dass das Initialisieren des RAID-Verbunds dauern würde, war mir bekannt, so dass ich den Server nun in  Ruhe seine RAID 5-Einrichtung machen ließ und mich in der Zwischenzeit anderen Dingen widmete. Man kann zwar schon auf der Maschine arbeiten, aber sie ist gut ausgelastet, die Platten zu initialisieren und läuft währenddessen nur im „Degraded“-Mode, was Performance-Einbußen beim Lesen und Schreiben bedeutete.

Nach gut 28 Stunden meldete sich die QNAP per Mail, dass sie nun mit der Initialisierung der Platten fertig wäre und nun „betriebsbereit“ wäre, d.h. dass das RAID 5 nun fertiggestellt sei und es möglich wäre, ab sofort den Ausfall einer Platte zu verkraften. Man muss dazu noch wissen, dass das Initialisieren von RAID 5 auf den beteiligten Platten einen ungeheuren Stress verursacht, da ungeheuer viele Festplattenzugriffe stattfinden und die Platte hoch belastet wird. Die meisten Server-Platten fallen während der RAID-Initialisierung aus, weshalb das Rebuild eines RAID immer ein kritischer Moment für die beteiligten Platten und den Server ist.

Nach der Fertigstellung des RAID stand nun noch das Einspielen der Daten an, wo sich das nächste Problem ergab. Durch die Initialisierung der NAS-Platten mit RAID 5 stand systembedingt nur noch 3/4 der Kapazität zur Verfügung, d.h. ich hatte nur ca. 9 TB netto an Kapazität zur Verfügung. So musste ich nun aus 12 TB Daten weniger als 9 TB Daten machen, was auch wunderbar gelang, weil mehrere alte Backups von diversen Rechnern, die inzwischen hoffnungslos veraltet waren, entsorgt werden konnten. Außerdem waren jede Menge an alten Daten auf dem Homeserver sowie das Betriebssystem selbst inzwischen unnötig und wurden aussortiert, so dass schnell eine Datenmenge erreicht war, die problemlos auf das neue NAS passte.

Da das neue NAS außerdem Link-Aggregation besitzt, konnte dank zweier Netzwerkschnittstellen und dem passenden Switch die Netzwerktransferleistung verdoppelt werden, um die Daten vom alten Server auf die neue NAS zu transferieren. Trotzdem dauerte der Transfer fast zwei Tage und die beiden Geräte arbeiteten permanent an ihrer Leistungsgrenze. Limitierender Faktor war auf jeden Fall der Acer H430, der mit 2 GB RAM und nur einer Gigabit-Netzwerkschnittstelle und den doch betagten Platten nicht die Schreibgeschwindigkeit liefern konnte, die der neue Server verkraftet. Doch am Ende hat auch dies geklappt. Nach einer kurzen Prüfung der Daten und Zugriff auf einige Dateien konnte dann endlich der Homeserver abgeschaltet werden und der endgültige Umstieg auf den neuen NAS-Server gemacht werden.

Da ich diverse Apple-Geräte besitze, habe ich gleich noch die TimeBackup-Funktion auf der QNAP eingeschaltet und konnte damit ab sofort die Backups meines iMac sowie meines MacBookPro ab auf die NAS legen, was völlig reibungslos funktioniert und nun durch die erhöhte Schreibgeschwindigkeit deutlich schneller ist als vorher. Damit kann ich langfristig meine im Büro stehende Apple TimeCapsule 2 TB entsorgen, die nun überflüssig ist, da meine Apple-Backups nun zentral auf der NAS liegen.

Zuerst stand der neue NAS-Server im Abstellraum und tat dort klaglos seinen Dienst, aber ich wollte ja ursprünglich damit auch am Fernseher Filme von der Platte anschauen, so dass ich an einem freien Wochenende den QNAP ins Wohnzimmer umsiedelte und nach getaner Verkabelung auch die Funktion als Mediaplayer testen konnte. Ich war angenehm überrascht, wie flüssig und einfach sich KODI auf der „zweiten“ Oberfläche des QNAP starten und bedienen ließ und wie reibungslos der Betrieb der neuen NAS vonstatten ging. Auch die Lautstärke war für das Wohnzimmer angenehm, außer einem leichten Surren des temperaturgesteuerten Lüfters und einem leichten Kackern der Festplatten war absolut nichts zu hören.

Ein weitere großer Vorteil ist, dass durch die Anbindung der NAS an die Cloud von QNAP der Server weltweit erreichbar ist und der Zugriff auf die Daten problemlos und einfach möglich ist. Desweiteren kann ich nun durch die von QNAP verfügbaren Apps auf allen meinen Smartphones und Tablets auf alle Daten zugreifen, erhalte sofort Warnungen, wenn auf dem NAS etwas ungewöhnliches vorgefallen ist und kann vor allem auch alle meine Filme und Musik über das WLAN ansehen bzw. anhören und alles auch auf dem Fernseher ansehen bzw. anhören. Es ist schon unglaublich, was so ein kleines Gerät so kann und welche Möglichkeiten heute verfügbar sind, um schnell und angenehm arbeiten zu können.

Insgesamt hat sich also die Ausgabe von ca. 1000 Euro gelohnt, um die nächsten Jahre Planungssicherheit und vor allem Ausfallsicherheit für meine Daten zu haben. Zusätzlich kann die QNAP mit neuen Betriebssystemupdates versorgt werden und damit ist man stets auf den aktuellen Stand, was mit dem alten Homeserver leider nicht mehr möglich war, da das Betriebssystem nicht mehr weiterentwickelt wird. Was noch fehlt, ist die Virtualisierung eines Betriebssystems auf der QNAP, dazu bin ich noch nicht gekommen, will das aber jetzt dann mal in der Sommerpause testen und werde dann dazu in einem eigenen Artikel berichten. Außerdem werde ich Euch in Kürze hier berichten, was mit dem alten Homeserver Acer H340 passiert, der ja noch tadellos funktioniert und bald mit Ubuntu Server 16.04 versorgt werden wird, was dann aber in einem eigenen Artikel mündet. Also, bleibt dran, mehr von der Umrüstung meines alten Homeservers auf Ubuntu 16.04 Server folgt dann in Kürze, es bleibt also weiter spannend…

Mrz 072016
 
Das erste "Hallo World"-Programm auf dem RaspBerry Pi 3

So, heute war draußen ein regnerischer und kalter Tag, wie geschaffen, sich an die Installation der Entwicklungsumgebung „Lazarus“ auf dem RaspBerry Pi 3 zu machen, eine Entwicklungsumgebung, die auf der Sprache Pascal beruht und die es für (fast) alle Betriebssysteme gibt, so dass man damit wunderschön plattformübergreifend entwickeln kann. Zunächst gilt es aber, die Sourcen herunterzuladen und danach dann „FreePascal“ und anschließend „Lazarus“ zu übersetzen und zu installieren. Naiverweise dachte ich, das wäre eigentlich ein Kinderspiel und suchte gleich mal im großen weiten Netz nach Installationsanweisungen. Es gibt natürlich viele Anleitungen, aber keine für den RaspBerry Pi 3, sondern die allermeisten nur für den Vorgänger. Nun ja, da die beiden Modelle das gleiche Betriebssystem Raspbian benutzen, sollte sich doch das Installieren anhand der Befehle für das Vorgängermodell relativ leicht nachvollziehen lassen. Somit gleich mal angefangen, die Voraussetzungen zu installieren, denn zunächst muss man Subversion installieren und einige weitere Pakete für Raspbian, was auch reibungslos funktionierte. Prima, das war ja einfach und ruckzuck waren die Voraussetzungen geschaffen, FreePascal von Subversion herunterzuladen und zu installieren und zu übersetzen. Allerdings zeigte mir Raspbian jedesmal nach dem Auschecken der Sourcen aus Subversion (was relativ lange dauert), einen Dateisystemfehler an und behauptete, die micro SD-Karte wäre korrupt. Nachdem ich alles versucht hatte,  um diesen Fehler zu umgehen, versuchte ich zunächst, NOOBS und damit auch Raspbian auf der SD-Karte neu zu installieren, aber selbst mit nagelneuem Betriebssystem kam immer wieder beim Auschecken von Free Pascal der gleiche Fehler und die SD-Karte war plötzlich schreibgeschützt aufgrund eines Fehlers im ext4-Dateisystem.

Nachdem ich gut eine Stunde herumexperimentiert hatte und zu keinem Ergebnis kam, versuchte ich, im Netz nachzuvollziehen, was da los sein könnte, denn die Karte war nach mehreren Tests an meinem iMac physikalisch völlig in Ordnung. Also im offiziellen RaspBerry-Forum gesucht und wurde dort fündig, denn ein Benutzer berichtete, dass es im Zusammenhang mit der Original-Firmware immer wieder zu Timing-Problemen mit der SD-Karte gekommen wäre, dies aber im neuesten Raspbian-Kernel vom 5.3.2016 gefixt wurde. Nur wie kommt man zu einem aktuellen Kernel ? Nun, so schwer ist das nicht, mit

  • sudo apt-get update
  • sudo apt-get upgrade
  • sudo apt-get dist-upgrade
  • sudo rpi-update
  • [reboot]
  • sudo branch=next rpi-update
  • [reboot]

kommt man im Terminalfenster zu einer neuen Firmware für den Raspberry Pi 3, diese erhöht sich von Version 4.1.17 auf Version 4.4.4 und enthält einige wichtige und sinnvolle Fixe, es empfiehlt sich also grundsätzlich, die allerneueste Firmware zu installieren. Dies ist eben der Vorteil an einem quelloffenen Betriebssystem, das man sich selbst übersetzen kann, um damit dann den Rechner auf den neuesten Stand zu bringen.

Nach der Installation des neuesten Kernels also nochmals die gesamte Prozedur von vorne und alle Pakete wieder soweit installiert. Nun kam der spannende Moment des Auscheckens von Free Pascal und siehe da, keinerlei Probleme mehr mit der SD-Karte, alles lief reibungslos und ging ohne weiteren Probleme über die Bühne. In diesem Zusammenhang lohnt es sich, die folgenden Parameter in die Datei /boot/config.txt einzutragen und den RaspBerry neu zu starten:

  • force_turbo=1
  • arm_freq=1300

Damit erhöht man die Taktfrequenz von 1,2 GHz auf 1,3 GHz und man nutzt diese 8 % Geschwindigkeitsgewinn beim Übersetzen der Sourcen.

Nachdem also nun FreePascal aus Subversion ausgecheckt wurde, ging es an’s Übersetzen der Sourcen, was gut eine halbe Stunde dauerte, aber fehlerfrei geklappt hat. Man muss sich übrigens mindestens FreePascal in der Version 3.0.0 installieren, um die Sourcen von Lazarus übersetzen zu können, standardmäßig wird beim normalen Auschecken von Free Pascal aus dem Paketmanager von Raspbian die Version 2.6.4 installiert.

Nach der Installation von FreePascal ging es dann ans Auschecken und Übersetzen von Lazarus, was nochmals gut über eine Stunde gedauert hat, aber auch fehlerfrei funktionierte. Am Ende kann man dann wieder in die grafische Oberfläche von Raspbian booten und im Menü dann unter „Entwicklung“ Lazarus starten, was wunderbar funktioniert hat.

Um zu schauen, ob auch das Übersetzen geklappt hat, habe ich noch kurz ein kleines „Hello World“ Programm geschrieben, was anstandslos übersetzt wurde.

Toll, wie einfach man sich seine Entwicklungsumgebung schnell selbst zusammenbasteln kann, auch wenn der gesamte Prozess mehrere Stunden meiner Zeit und 3 Tassen Kaffee gekostet hat, aber so habe ich schon wieder etwas über den inneren Aufbau eines Linux-Dateisystems gelernt und alte Erinnerungen wieder aufgefrischt.

Mal schauen, wie ich nun weiter vorgehen werde und was ich als Nächstes angehen werde, ich werde es Euch hier weiter berichten, es bleibt also spannend.

Wer übrigens die Installation von Free Pascal und Lazarus auf dem RaspBerry Pi 3 nachvollziehen will, ich habe mich an folgenden Anleitungen orientiert:

 

Mrz 062016
 
RaspBerry Pi 3 mit Zubehör

Wie in einem früheren Blogpost schon berichtet, hatte ich mir einen RaspBerry Pi 3 (kurz „Raspi“) bestellt, weil ich mich zukünftig mit diesem Einplatinencomputer beschäftigen will und damit auch in meiner doch weniger freien Zeit wieder mal etwas basteln will. Manchmal werden eben aus gestandenen Männern wieder Kinder, denn in meiner Kindheit hatte ich mich viel mit Elektronik und Bausätzen beschäftigt, dies aber in den letzten Jahren völlig aus den Augen verloren. Mit der heutigen Generation dieser Einplatinencomputer kann man ja relativ komfortabel Hard- und Software verbinden, denn mit der Rechenpower eines kleinen PC ausgestattet, lassen sich doch schon viele Projekte realisieren und man kann diesen kleinen PC mittels Programmierumgebungen zudem noch sehr komfortabel für solche Steuerungsaufgaben programmieren.

Am Freitag nachmittag kam dann endlich der Raspberry Pi 3 an, hübsch verpackt und mit allerlei Zubehör ausgestattet. Also gleich alles ausgepackt und den kaum zigarettenschachtelgroßen Computer in ein schickes Gehäuse eingebaut, alle Kabel angeschlossen und dann den Stromstecker eingesteckt, damit der ARM-Prozessor bootet und man ganz gespannt das erste Mal das Logo des RaspBerry Pi 3 auf dem Bildschirm sehen kann. Doch anstatt eines Logos kam erst einmal… nichts… schwarzer Bildschirm, kein Lebenszeichen zu sehen… Oh je, der neue PC-Winzling wird doch wohl nicht schon kaputt sein, vielleicht sogar Transportschaden ? Doch halt, nochmal überlegen und alle Schritte durchgehen. Strom funktioniert, also versucht er zunächst nach dem Einschalten, ein Betriebssystem zu laden. Da der RaspBerry Pi aber nicht von Festplatte oder SSD bootet (er hat ja keinen SATA-Anschluss), muß er von der mitgelieferten Micro SD-Karte booten. Also, die Micro SD-Karte wieder aus dem Kartenslot des Raspi entfernt und auf dem iMac geschaut, was da überhaupt drauf ist. Nun ja, was soll ich sagen – die Micro SD Karte war leer. Also kann der Raspi auch nichts booten, da er kein Betriebssystem findet. Was nun also tun ?

Um ein Betriebssystem booten zu können, muss NOOBS („New Out of the Box Software“) auf der Micro SD-Karte installiert werden. Dank zahlreicher Anleitungen im Internet war das kein Hexenwerk und auch schnell erledigt. Für Mac OSX gibt es hierbei ein tolles Programm von Hans Luijten, Apple Pi-Baker, welches die SD-Karte partitioniert und formatiert und alles soweit vorbereitet, dass man die Dateien von NOOBS einfach nur noch auf die SD-Karte schieben braucht. Gesagt, getan und die Karte dann wieder in den Raspi eingesetzt, Strom wieder hineingesteckt – et voilà, das Bootmenü von NOOBS erscheint und man kann endlich das Betriebssystem installieren. Es gibt einige Betriebssysteme zur Auswahl, aber das gebräuchlichste ist sicher Raspbian, ein Linux-Derivat von Debian, speziell angepasst auf den RaspBerry und seine Limitation bzgl. Hauptspeicher und Speicherplatz.

Nach der Installation von Raspbian, was durchaus eine gute halbe Stunde gedauert hat, wurde der Rechner neu gestartet und man landet nach dem Booten in der Oberfläche von Raspbian, welches sich stark an Debian anlehnt. Wer schon einmal einen Linux-Rechner bedient hat, fühlt sich sofort heimisch.

Nachdem ich dann ein wenig mit der Oberfläche herumgespielt hatte, ging es darum, den Raspi auf Vordermann zu bringen und die neuesten Updates einzuspielen. Ist auch kein wirkliches Problem, mit folgenden Befehlen im Terminal werden die Updates aus dem Web gezogen und die Firmware des Raspi aktualisiert:

  • sudo apt-get update
  • sudo apt-get upgrade
  • sudo apt-get dist-upgrade
  • sudo rpi-update
  • [reboot]
  • sudo branch=next rpi-update
  • [reboot]

Nun hat man anstatt Version 4.1.1 nun Firmware 4.4.4 auf dem Rechner und kann nun loslegen, die Programmierumgebung auf den Rechner zu installieren. In meinem Fall möchte ich mir Free Pascal und Lazarus auf dem Kleinst-PC installieren, laut diversen Anleitungen ist dies allerdings nicht ganz so trivial, weil es für den ARM V7 -SOC noch kaum angepasste Software gibt und man also die Sourcen des Compilers selbst übersetzt muss. Dies ist nun die Aufgabe am Wochenende, dies zu bewerkstelligen und folgt in einer weiteren Folge hier im Blog. Ich werde Euch also weiter auf dem Laufenden halten, was sich so tut…

Ich muss bis also jetzt sagen, selten wieder mal soviel Spaß gehabt, neue Hardware in Betrieb zu nehmen und mit diesem kleinen, aber feinen PC zu spielen, auch wenn er ja unter Linux läuft und ich mir erst wieder die dazu notwendigen Befehle wieder aneignen muss, denn bisher hatte ich immer mit Windows und Mac OSX zu tun, wo sich viel auf der Oberfläche abspielt. Unter Linux allerdings dominiert die Kommandozeile bzw. das Terminalfenster, was wieder mal was Neues, aber trotzdem Spannendes ist. ich bin zudem echt überrascht, welche Geschwindigkeit dieser etwa zigarettenschachtelgroße Einplatinencomputer an den Tag legt und das für noch nicht einmal 40 Euro. Ich halte Euch weiter auf dem Laufenden, was das Projekt so macht und wie es weitergeht… bis bald…

 

 

Mrz 022016
 
Der RaspBerry 3 von der Seite betrachtet

Ich hatte ja in meinem ersten Blogpost schon angekündigt, mich zukünftig mit Einplatinencomputer zu beschäftigen. Nachdem diese Woche nun der neue Raspberry Pi 3 herausgekommen ist, habe ich direkt zugeschlagen und ihn mir samt Gehäuse und Netzteil bestellt und werde nun meine ersten Gehversuche im diesem Bereich damit wagen.

Eines der ersten Projekte, die ich angehen will, ist die Ansteuerung von RGB LED-Streifen (z.B. Neo Pixel, siehe auch hier) bzw. kompletter Video-Walls (wie z.B. hier) mittels Raspberry Pi. Das hat zwar vorerst keinen tieferen Sinn, aber die Ansteuerung von Hardware mittels Einplatinencomputer reizt mich, um das Verständnis des Zusammenspiels von Hardware und Software zu vertiefen und zu verstehen, was da genau vor sich geht und wie sich so eine Einplatinencomputer programmieren lässt. Mal sehen, vielleicht lässt sich damit eine Ambilight-Steuerung des Fernsehens, wie es Philipps bei seinen Geräten schon seit längerem hat, realisieren, Projekte und Anleitungen dazu gibt es ja einige im Netz.

Jan 102016
 
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Willkommen zum meinem neuen Blog. Zukünftig werde ich hier rund um die Entwicklung mit Embarcadero Delphi (mein bevorzugtes Entwicklungssystem, mit dem ich meine Software entwickle) berichten sowie die weiteren interessanten Dinge, die mich so beschäftigen.

Da ich aktiv Sportkegeln betreibe, entwickle ich hauptsächlich Programme zum Verwalten rund ums Sportkegeln. Ich will mich demnächst auch mit der Thematik Hausautomatisierung (HomeMatic) beschäftigen, hierzu lese ich mich gerade in das Thema ein und werde mir dazu auch einen Einplatinencomputer zulegen, mit dem ich mich dann tiefer in die Materie einarbeiten will.

Wenn Du magst, kannst du ab und zu vorbeischauen, damit Du auf dem neuesten Stand bist. Kommentare sind gerne willkommen !

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